Im Interview:

Anne Wähler
JR Qualitätsmanagement-Beauftragte

Seit über 40 Jahren kennt Anne Wähler alle Facetten, die der OP-Alltag zu bieten hat. Sie erlebte den OP bereits während ihrer Ausbildung zur Krankenschwester und blieb im treu.

Es folgten die Weiterbildung zur Pflegekraft im Operationsdienst, viele Jahre Erfahrung als Leitungskraft im OP und ein Studium im Fachbereich „Pflegemanagement“.

Mittlerweile ist sie nicht nur Fachschwester OP mit Bachelor of Nursing, sondern auch noch Praxis-Anleiterin und Qualitäts-Management-Beauftragte. Wir sprechen mit Frau Wähler über den Wandel und die Herausforderungen im OP sowie dem JR-Ansatz in der Personaldienstvermittlung.

 
Frau Wähler, seit wann sind Sie bei JR und was sind Ihre Aufgaben im Team?

Bei JR bin ich seit 2016 angestellt. Frau Ruppert kannte ich seit vielen Jahren als Kundin und wusste, dass JR für solide Qualität, Vertrauen und Verlässlichkeit steht. Für JR bin ich einerseits selbst als Leih-Schwester im Einsatz, andererseits für die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements zuständig. Ziel ist, dass sowohl der Auftraggeber als auch die eingesetzten Kolleginnen und Kollegen profitieren können und dass wir allen Beteiligten Mehrwerte liefern.

Was ist für Sie das Besondere an JR?

Aus meiner Sicht ist es das Zusammenspiel aus Wissenschaft, Industrie und Praxis. Unser Anspruch ist es, die aktuellen Erkenntnisse aus dem akademischen Bereich und die neusten Entwicklungen der Industrie für die Bedürfnisse in der Praxis aufzubereiten.

Wie stellt JR sicher, dass die JR-Leihkräfte sofort einsatzfähig sind?

JR stellt nicht jeden Bewerber ein. Definierte Mindestanforderungen müssen erfüllt sein. Darüber hinaus gibt es einen umfassenden, sehr detaillierten Fragebogen, den jeder Mitarbeiter ausfüllt. Hier fragen wir sehr detailliert die bisherigen Erfahrungen, Einsatzbereiche, vorhandene Weiterbildungen, Interessengebiete, Stärken und Interessen ab, um wirklich gut vermitteln zu können. Wir machen uns die Mühe, die Profile unserer Mitarbeiter mit den Anforderungen unserer Kunden abzugleichen. Wir leben in Zeiten der Spezialisierung, so dass niemand alle Bereiche beherrschen kann. Wer auf HNO spezialisiert ist, kann hier wertvoll helfen, Mehrwerte stiften und sogar Wissen und Erfahrung teilen. Er sollte nicht ohne weiteres mal eben für eine Herz-OP eingesetzt werden. Das ist für alle Beteiligten unbefriedigend und gefährlich. Frustrationen, Verzögerungen und Pannen sind die Folgen, die wir im Vorfeld mit Transparenz und guter Planung abwenden.

Apropos Fragebogen: Stimmen die Selbsteinschätzungen Ihrer Mitarbeiter denn mit der Realität überein?

Generell ja. Doch darüber hinaus fragen wir nach jedem Einsatz nach, wie die Klinik die JR-OP-Kraft im Alltag erlebt hat und gleichen das Fremdbild mit dem Selbstbild ab. Darüber hinaus bieten wir für unsere JR-Mitarbeiter regelmäßige Weiterbildungen an, stellen alle wichtigen Informationen und Unterlagen im Intranet zur Verfügung und fördern den Fachaustausch mit Kollegen. Um den Draht kurz zu halten und die Kommunikation zu vereinfachen, sind alle Kolleginnen und Kollegen mit einem modernen Phablet ausgestattet, so dass Fragen schnell und direkt auf dem kurzen Dienstweg geklärt werden können.

Was ist den Kliniken, die sie beauftragen, wichtig?

Unser Auftrag ist es, die Bedürfnisse von den OP-Kräften und Auftraggebern zu verstehen und immer wieder neu in Übereinstimmung zu bringen. Viele Fachkräfte flüchten vor dem OP-Alltag in den Kliniken, um internen Grabenkämpfen, einer unverhältnismäßigen Administration oder einem Übermaß an Bereitschaftsdiensten und Überstunden zu entkommen. Doch ein gewisses Maß an Administration und Bereitschaftsdiensten gehört in diesem Beruf immer mit dazu, auch für unsere Leasingkräfte. Unsere Aufgabe ist es als Vermittler das rechte Maß zu finden und Zwei-Klassen-Gesellschaften im OP abzubauen. Ausgleich schaffen wir durch flexiblere Arbeitszeitmodelle und freie Tage nach den Einsätzen.

Warum ist professionelle Personalvermittlung im OP harte Arbeit?

Die Bürosprache ist eine andere als die OP-Sprache, zudem sind die Arbeitszeiten häufig nicht deckungsgleich. Genau deshalb bin ich als Qualitätsbeauftragte gleichzeitig Ansprechpartnerin für meine Kolleginnen und Kolleginnen. In Notfällen bin ich auch abends und nachmittags erreichbar. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind noch sehr jung und trauen sich nicht, wichtige Themen anzusprechen. Hier leiste ich Schützenhilfe, damit alle Beteiligten profitieren.

Haben Sie ein Beispiel?

Aus meiner Sicht ist es das Zusammenspiel aus Wissenschaft, Industrie und Praxis. Unser Anspruch ist es, die aktuellen Erkenntnisse aus dem akademischen Bereich und die neusten Entwicklungen der Industrie für die Bedürfnisse in der Praxis aufzubereiten.

Ist das nicht überall Standard?

Leider nein. Zum Beispiel sind die vorgeschriebenen Einweisungen für den Gerätepass längst nicht überall Normalität. Hier kümmern wir uns notfalls auch außerhalb der normalen Büroarbeitszeiten. Das wird gewürdigt, geschätzt und trägt Früchte. Weil ich durch meinen Werdegang sowohl für die Leitung als auch für die OP-Kraft Ansprechpartnerin auf Augenhöhe bin, fällt es den meisten auch leicht, mit mir zu sprechen. Meine Aufgabe ist es, Klinik und Mitarbeiter zu unterstützen. Im JR Intranet haben wir Onlinekurse und Pflicht-Schulungen, zum Beispiel für den Arbeitsschutz. Strahlenschutz und Gerätepässe müssen vorliegen, damit Klinik und Mitarbeiter auch formal abgesichert sind und sich niemand strafbar macht.

Was bedeutet für OP-Kräfte Wertschätzung?

Eine saubere Wohnung, W-Lan und Unterstützung, wenn Unterstützung benötigt wird. Wer mehrere Tage hintereinander auf Freunde und Familie verzichtet, möchte zumindest per W-LAN angebunden sein. Das ist menschlich. Die Geschäftsführung von JR, Frau Ruppert und Herr Stiegelmayr wollen wirklich etwas zum Besseren verändern. Sie sind für die Kunden, aber auch für uns OP-Kräfte fast rund um die Uhr erreichbar. Hauptziel ist, dass wir als Leihkräfte in unseren Einsatzkliniken wirklich gut arbeiten und das Stammteam entlasten können. Dafür bekommen wir von der Geschäftsführung jegliche Unterstützung. Das ist keine leere Phrase, sondern wird wirklich gelebt.

Frau Wähler, danke für das Gespräch!