„Warum die Programme der JR-OP-Akademie in Europa einzigartig sind“

Herr Professor Meissner, was ist das Besondere an den Angeboten der JR-Akademie?
Aus meiner Sicht ist es das Zusammenspiel aus Wissenschaft, Industrie und Praxis. Unser Anspruch ist es, die aktuellen Erkenntnisse aus dem akademischen Bereich und die neusten Entwicklungen der Industrie für die Bedürfnisse in der Praxis aufzubereiten.


Das klingt nach einem spannenden Vorhaben. Wie gelingt Ihnen das?
Die Denk- und Arbeitsweisen in der Industrie und an den Hochschulen sind mir gut vertraut. Ich bin Radiologe und war 13 Jahre an der Ludwig-Maximilians Universität in München, bevor ich in die Industrie wechselte. Bei Siemens war ich unter anderem als Director Global Marketing und Director Innovations über zehn Jahre für die weltweite Vermarktung der interventionellen Radiologie und für Innovationsprojekte zuständig. 2012 wurde ich dann auf den Lehrstuhl für „Healthcare Management“ an der Steinbeis Hochschule Berlin berufen. Frau Ruppert, Inhaberin von JR, wiederum kennt seit mehr als 16 Jahren die Herausforderungen aus der Praxis. Wir diskutieren oft sehr intensiv und tauschen unsere Sichtweisen und Erfahrungen so lange aus, bis wir sicher sein können, nicht am Bedarf vorbei zu konzipieren und die Schwerpunkte richtig zu setzen. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz. Unser Ziel ist es, im OP-Bereich genau die Fortbildungen anzubieten, die den aktuellen Herausforderungen eines Klinikums gerecht werden. Zu den derzeit größten Herausforderungen gehören neben den neuen OP-Techniken der Personalnotstand sowie die wirtschaftlichen Zwänge, die gemeistert werden müssen, um den Versorgungsauftrag am Patienten sicher zu erfüllen.


Für wen sind die Fortbildungen gedacht?
Unsere Fort- und Weiterbildungsprogramme richten sich in erster Linie an alle im OP Tätigen. Dabei werden wir maßgeschneiderte Programme für die OP-Pflegerinnen und -Pfleger, die OTAs und die Anästhesiepflegerinnen und -pfleger anbieten. Zudem haben wir innovative (medizin-)technische Kurskonzepte für Ärzte und die wirtschaftlichen Entscheider. Wichtig ist uns, dass wir uns dabei als innovativer und langfristiger Partner der Krankenhäuser verstehen. Wir selbst haben den Anspruch, mit dem Transfer aus Wissenschaft, Industrie und Praxis im Fortbildungsbereich/OP unseren Beitrag zu gesunden Prozessen, Strukturen, Mitarbeitern und letztendlich zu wirtschaftlich gesunden Krankenhäusern zu leisten, in denen der Versorgungsauftrag und die Genesung der Patienten im Fokus stehen.


Am 5. Oktober 2015 startete der Pilotkurs HOT. Was hat es damit auf sich?
Richtig. Am 5. Oktober startete der Pilotkurs zu unserer europaweit bislang einzigartigen Ausbildung zum Hybrid-OP-Techniker (HOT). Er richtet sich in erster Linie an OP-Pfleger/innen, OTAs, MRTAs oder anästhesietechnische Assistent/innen. Mit HOT wollen wir die Schnittstelle belegen, die sich im Hybrid-OP zwischen der Bildgebung, den minimal-invasiven Verfahren und der Chirurgie ergibt. Aus der Praxis wissen wir, dass es in diesem Bereich einen enormen Bedarf gibt. Die meisten Hybrid-OPs werden derzeit noch nicht medizinisch und wirtschaftlich optimal ausgenutzt. Hier wollen wir unterstützen. In der Ausbildung geht es neben der bildgebenden Technik, der Optimierung von Abläufen und Workflows auch um Planung, Wirtschaftlichkeit und interdisziplinäre Kommunikation.


Wie sind die Fort- und Weiterbildungen an der JR-Akademie konzipiert?
Einer unserer Vorteile ist, dass wir mit unterschiedlichen Hochschulen kooperieren können und nicht an einen Hersteller gebunden sind. Dadurch können wir sehr gezielt kompetente Kooperationspartner sowie Dozenten aus Wissenschaft und Industrie ansprechen und gewinnen. Durch die langjährige Erfahrung von JR haben unsere Fort- und Weiterbildungen einen starken Praxisbezug; sie sind nach den neuesten Unterrichtsmethoden und berufsbegleitend konzipiert. Die Teilnehmer haben eine hohe Flexibilität und können dank des modularen Konzepts genau die Schwerpunkte wählen, die ihrem Berufsbild und ihren Interessen entsprechen. Dieses flexible und praxisnahe Konzept unterscheidet uns von anderen Ausbildern.


Wie sieht das in der Praxis aus?
Nehmen wir den Zertifikatslehrgang zum Hybrid-OP-Techniker (HOT). Hier gibt es sowohl Pflichtmodule, die für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich sind. Dazu zählen beispielsweise die Grundlagen der Bildgebung, des Strahlenschutzes und der Hygiene. Darüber hinaus können die Teilnehmer zwischen weiteren Spezialmodulen zu klinischen Disziplinen wie der Herz- und Thoraxchirurgie oder der orthopädischen Chirurgie wählen und das Crimpen von Herzklappen oder neueste interventionell-radiologische Verfahren erlernen. Vier Module von jeweils zwei bis vier Tagen Dauer sind Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung und das Zertifikat. Die Module können einzeln oder zusammen, über einen längeren Zeitraum oder als Block, flexibel oder berufsbegleitend gewählt und koordiniert werden. Für jedes absolvierte Modul erhält der Teilnehmer international anerkannte Credit Points, die später zeitlich und finanziell auf einen Bachelor- oder Masterstudiengang angerechnet werden können.


Wie sieht dieses Credit-Points-System an der JR-OP-Akademie aus?
Wer beispielsweise bei uns den Zertifikatslehrgang HOT absolviert hat, bekommt ihn zeitlich und finanziell angerechnet, wenn sie/er sich später entschließt, unseren Bachelor of Science als Hybrid-OR-Technician zu machen. Dadurch eröffnen wir flexibel, modular und berufsbegleitend den Weg zu einem akademischen Abschluss.

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„Warum die Programme der JR-OP-Akademie in Europa einzigartig sind“

Interview mit Prof. Dr. Oliver Meissner

Leiter Medizinische Programme der JR-OP-Akademie

„Ziel der JR-OP-Akademie ist das Zusammenspiel aus Wissenschaft, Industrie und Praxis.“ (Prof. Dr. Oliver Meissner)